Wir schon wieder..., diesmal zum Thema:
Schmerzen im Fuß
chronische Schmerzen im Fußbereich
(Zu weiteren Schmerzthemen gelangen Sie am Ende
dieser Seite)
Allgemein
Patienten mit Schmerzen im Fußbereich kommen meist erst zum
Schmerztherapeuten, wenn ein chirurgischer Behandlungsversuch (z.B. Abtragung der Exostose (= Knochenauswuchs))
oder eine Behandlung mit Röntgenstrahlen keine Schmerzlinderung brachte.
Manchmal ist in diesen Fällen eine deutliche Besserung durch die Iontophorese (=
Einbringen eines Arzneimittels durch die Haut mittels elektrischem Strom)
(z.B. mit Diclofenac) zu erzielen. Auch eine
Magnetfeldtherapie
(pulsierende
Signaltherapie)
kann hilfreich sein.
Mit der therapeutischen
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel) kann das
Schmerzproblem oft erfolgreich gelöst
werden. Die Infiltration mit einem
Lokalanästhetikum (auch mit
Kortikoidzusatz)
ist allerdings relativ schmerzhaft und eignet sich deshalb kaum zur
serienmäßigen, wiederholten Anwendung.
Besser sind wiederholte Blockaden des N. ischiadicus, in
hartnäckigen Fällen optimal
kontinuierlich mit Katheter (*siehe unten).
Chronische Schmerzen im Fußbereich können viele Ursachen haben.
An erster Stelle stehen sicherlich Schmerzen
aufgrund eines Senkfußes (= Abflachung des Fu ßlängsgewölbes),
Spreizfußes (= Fußfehlform mit
Einsinken des Fußquergewölbes) oder auch Sen k-Spreizfußes.
Die Behandlung besteht in einer Verordnung entsprechender Schuheinlagen.
Spezifische Ursachen bzw. Erkrankungen
Schmerzen
im Fußbereich aufgrund eines Fersenspor ns:
Als hinterer
Fersensporn wird ein
dornartiger Knochenauswuchs (Exostose) am bzw. vor dem Achillessehnenansatz
bezeichnet; für den oberen
Fersensporn verwendet man den Begriff "Haglund
Ferse" oder auch "Haglund
Exostose". Beim unteren
Fersensporn (auch
plantarer Fersensporn
oder
dorsaler Fersensporn
genannt) befindet sich die Exostose an der Unterseite des Tuber
calcanei (= Fersenbeinhöcker).
Dann gibt es noch den "Aponeurosensporn"
(= Sporn an einer
Sehnen
platte) am
Ursprung der kleinen Fuß
muskeln und weiter vorne den "Ligamentsporn" (=
Sporn an einem Gewebsband) als
Überlastungsschaden infolge Senkung des Fußgewölbes.
Bei der sog.
Achillodynie handelt
es sich um vor allem bei Belastung des
Beine
s auftretende Schmerzen im
Fuß
- bzw.
Ferse
nbereich,
wobei die Ach illessehne und der darunter liegende Schleimbeutel beteiligt sind,
z.B. bei Periostit is ca lcanei (= Knochenhauten tzündung des
Fersenbeins) oder Achillobursit is (=
En tzündung
des Schleimbeutels zwischen Fersenbei n und Achilless ehne)
als Unfallfolge.
(Hinteres)
Tarsaltunnelsyndrom
Dorsal
(= hinter) und kaudal (=
unterhalb) des Fußinnenknöchels
verläuft der Nerv tibialis posterior in einem Kanal (Ta rsaltunnel),
bedeckt vom Retinaculum musculorum flexorum (=
ein Halteband). Ein
örtlicher Kompressionsschaden des Nervs führt zum
Tarsaltunnel-Syndrom.
Neben Schmerzen im Fuß und
Parästhesien (=
Mißempfindungen) im
Bereich der (eher hinteren)
Fußsohle, vor allem beim Gehen und nachts, kommt es
im weiteren Verlauf auch zu sensiblen (=
die Empfindung betreffende)
und motorischen (= die
Muskeltätigkeit betreffende) Ausfällen.
In typischer Weise besteht ein Druckschmerz hinter dem Malleolus (=
Fußknöchel).
Therapie bei diesen Schmerzen im Fußbereich:
Druckentlastung, operative Spaltung des Retinaculums (=
Halteband) oder auch operative Neurolyse (=
Nervenfreilegung).
Verbleiben dennoch weiterhin Schmerzen (chronische) im Fuß, sind im Rahmen der
therapeutischen
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel) wiederholte Blockaden des Nervus ischiadicus
hilfreich, optimal kontinuierlich mit Katheter (*siehe unten).
(Vorderes) Tarsaltunnels yndrom
Es handelt sich um ein
Kompressionssyndrom
(=
durch Druck, Einengung entstandene Krankheitszeichen)
des Nervus peroneus profundus. Dieser Nerv zieht unter dem
Muskel
extensor
digitorum longus in die Tiefe des Streckerfaches und gelangt am oberen
Sprunggelenk
auf den
Fußrücken
und wird hier vom Ligamentum cruciatum (=
Kreuzband am Fu ßrücken) bedeckt.
Eine Kompression
(= Druck, Einengung) in
diesem Bereich (z.B. durch enges Schuhwerk) führt zu Schmerzen am Fußrüc ken.
In typischer Weise verstärken sich die Schmerzen bei Druck auf das Ligamentum.
Therapie:
Druckentlastung
Bei persistierenden (=
weiter bestehenden) Schmerzen
im Fußbereich sind ebenfalls wiederholte Blockaden des Nervus ischiadicus hilfreich,
optimal kontinuierlich mit Katheter (*siehe unten).
Bei der
Morton-Neuralgie
handelt es sich um ein Kompressionss yndrom (=
ein Krankheitszeichen, das durch mechanischen Druck entsteht) der
Plantarnerven (Nn. plantaris medialis et lateralis) (=
Nerven
im Bereich der vorderen Fußsohle).
Beklagt werden vorwiegend
brennende, teilweise anfallsartig auftretende Schmerzen im Fuß, hpts. im Bereich der vorderen
Mittelfußknochen mit Ausstrahlung in die Nachbarzehen. Druck auf die (mehr
vordere) Fu ßsohl e
wirkt schmerzauslösend bzw. deutlich schmerzverstärkend.
Ursächlich ist eine durch mechanischem Druck verursachte Nervenreizung, hpts.
bei Sen k-/Sp reizfuß. Dabei kommt es zu einer spindelförmigen Auftreibung der
beteiligten Ner ven, hervorgerufen durch eine Fib rose
(=
krankhafter Bindegewebsvermehrung infolge einer Durchblutungsstörung)
in den beteiligten Blutgefäßen.
Therapie bei
Mortonneuralgie:
Zunächst wird der
Orthopäde bei Sen k-/Sp reizfuß geeignete Schuheinlagen verordnen.
Falls zur
Behandlung der
Metatarsalgie die Verordnung von Schmerzmitteln notwendig wird,
können sog. nichtsteroidale
Antirheumatika
(NSAIDs) versucht werden, möglichst
langwirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®.
Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2
Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arcoxia®),
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib
und
Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere
Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Zusätzlich kann Keltican® (= ein Mittel, das
Ner venschäden z.T.
wieder regenerieren kann)
verordnet werden.
Bei eher anfallsartigen
Beschwerdecharakter im Sinne einer echten
Neuralgie
ist die Verordnung eines Antikonvulsivums (=
ein Mittel gegen die Fallsucht, aber auch bei anfallsartigen Schmerzen wirksam)
angezeigt. Das Mittel der Wahl ist Carbamazepin (z.B. Tegretal®), öfters sind Gabapentin (z.B. Neurontin®)
oder Pregabalin (Lyrica®) besser wirksam. Die
Kombination mit Baclofen (z.B. Lioresal®) hilft Carbamazepin oder Gabapentin
bzw. Pregabalin
einzusparen.
Leider erweist sich die Mor ton-Neuralg ie trotz dieser
Maßnahmen bisweilen als sehr hartnäckig. In diesen Fällen ist die therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel)
in Form von wiederholten Betäubungen
des Nervus tibialis (zwischen Innenknöchel und Ach illessehne) mit jeweils 2-3
ml z.B. Bupivacain 0,25-0,5% hilfreich.
Bei weiter bestehenden, chronische n
Schmerzen im Fuß kommt
bei der Mor ton-
Neuralgie als nächst höhere Therapiestufe die
kontinuierliche
Blockade des Ischiasnervs (= dieser Nerv versorgt auch die
Fußso hle) mit Katheter (*siehe unten) mit gutem Erfolg zum Einsatz.
Auch der
Morbus Sudeck
(Komplexes
regionales Schmerzsyndrom Typ I) kann zu heftigen Schmerzen im Fußbereich führen.
Zu einem
Morbus Sudeck kann es nach jeder
Arm -
oder
Bein verletzungen kommen. Die Pathogenese
(= Krankheitsentwicklung)
ist unbekannt. Die Patienten klagen über diffuse, heftige und
brennende
Schmerzen, ähnlich wie bei einer
Kausalgie
(Komplexes
regionales Schmerzsyndrom Typ II)
(= Schmerzen nach
Nervenverletzung).
Aufgrund der Zirkulationsstörung sind die betroffenen Partien meist bläulich
livide verfärbt und ödematös (=
aufgequollen)
verändert. Beteiligte Gelen ke versteifen.
Die Art der Gewebsveränderung läßt
an eine lokal begrenzte vegetative Entgleisung denken (Debrunner 1988). Besonders gravierend ist diese Krankheit im Bereich der
Hand, weil sie dort
häufig zur Invalidität führt.
Auf dem Röntgenbild sieht man beim
Sudeck Syndrom eine typische,
fleckige
Osteoporose
(Knochenschwund). Im Bereich der unteren
Extremität
(=
Bein)
tritt die
Sudeck Atrophie bevorzugt im Bereich der
Hüfte,
des
Knie
s und des Fußes auf.
Hier gelangen Sie zur Internetseite
http://www.morbus-sudeck.de
Schmerzen im Fuß bei
Morbus Köhler (Typ I und
II):
Beim
Morbus Köhler Typ I handelt es sich um eine aseptische (=
ohne Beteiligung von Erregern)
Osteochondronekrose
(= Ablösung abgestorbener Gelenkknorpelstückchen) des Os naviculare
pedis (= Kahnbein des Fußes).
Es kommt zu einem Schonhinken, weil nur der äußere Fußrand belastet wird. Oft
besteht über dem Kahnbein Schwellung und Druckschmerzhaftigkeit.
Behandlung: Schonung, Stützeinlagen, bei starken Schmerzen
Unterschenkel
gips. Die Erkrankung heilt meist innerhalb von 2 Jahren ohne Folgen
ab.
Beim Mor bus Köh ler Typ II handelt es sich um eine aseptische (=
ohne Beteiligung von Erregern) juvenile (= im Jugendalter auftretende)
Osteochondronekrose (= Ablösung abgestorbener Gelenkknorpelstückchen)
der Metatarsalköpfchen II (= Köpfchen der Mittelfußknochen),
seltener III und IV.
Diese Erkrankung tritt häufiger bei Patienten mit Spre izfuß
auf. Beklagt werden belastungsabhängige Schmerzen im Fuß im mehr vorderen
Bereich sowie Druckschmerzen über den
Mittelfuß
köpfchen.
Behandlung: Einlagen. Evtl. Operation, aber erst nach Wachstumsabschluß.
Der Vollständigkeit
halber seien noch die Schmerzen im Fußbereich bei der Erythromelalgie
erwähnt, gekennzeichnet durch brennende,
schmerzhafte Sensationen im Bereich der
Füße, aber auch
Hände. Wärme
verstärkt die Beschwerden. Die Schmerzbereiche sind häufig gerötet, teilweise
aber auch zyanotisch
(= bläulich verfärbt),
was dann zu einer Verwechslung mit dem
Morbus Raynaud
(Raynaud
Krankheit,
Raynaud Syndrom) führen kann. Manchmal treten auch Ödeme (=
krankhafte Flüssigkeitsansammlungen)
auf.
Weitere möglichen Ursachen für Schmerzen im Fersen bzw. Fußbereich:
* Bei der kontinuierlichen Blockade des Nervus
ischiadicus wird ein dünner Kunststoffschlauch von der Oberschenkel
rückseite her dicht an den Nerv eingeführt. Die Einpflanzung
erfolgt nahezu schmerzfrei durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß
also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter
mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche
Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann
zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch
auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das
Lokalanästhetikum
(=
örtliche Betäubungsmittel)
wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei
gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend
krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Nach längerer
Therapiedauer (z.B. 2-3 Wochen) verbleibt in den meisten Fällen deutliche
Schmerzlinderung, oft aber auch Schmerzfreiheit.
Dieser anhaltende Effekt über die Behandlungszeit hinaus ist u.a. darauf zurückzuführen,
daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen
sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist
der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen im Fußbereich, die durch
entzündliche oder auch degenerative (=
abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, hilfreich ist. Nach
neueren Erkenntnissen vermag eine solche Behandlung auch das „Schmerzgedächtnis“
im Gehirn zu löschen.
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Aktualisiert: 05.07.2006 k u
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